Die Geschichte der Unterlagen

Durch das Aufpfropfen des europäischen Edelreises auf die amerikanische Unterlage entstehen bekanntlich die Pfropfreben (in Südtirol „Rasln“ genannt).

 

Nachdem die Rebschule Thaler sich etabliert hatte und ihr Pflanzmaterial sehr gefragt war, wollte man die bestmögliche Qualität erzielen. Zur jener Zeit herrschte Unterlagenknappheit. Daher  wurden zugesagte Mengen teilweise nicht geliefert, die Holzqualität war unregelmäßig und schlecht, da aus Kriechkulturen stammend. Der Wunsch nach Unabhängigkeit von diesen nicht beeinflussbaren Faktoren wurde immer größer bis schließlich im Jahre 1969 am Gardasee, zwischen Costermano und Rivoli die ersten Muttergärten errichtet wurden. Dieser Standort wurde wegen seines milden Mittelmeerklimas, den ausreichend vorhandenen Flächen und den niedrigeren Lohnkosten ausgesucht.

 

Auch hier wirken sich wiederum die vielen Sonnenstunden, ergänzt durch unser aufrechtes Erziehungssystem, welches eine jährlich relativ gleichbleibende Qualität garantiert, positiv auf die Ausreife und Qualität des Holzes aus. Diese wiederum sind Garanten für den guten Anwuchs in den Rebschulen. Sämtliche Muttergärten werden von Hagelnetzern geschützt.

 

Seit 2004 wurde der Großteil der Muttergärten in die Poebene – Gemeinde Bonavigo, 20 km östlich von Verona – verlegt. Dieser neue Standort bietet zusätzlich zum mediterranen Klima ideale Rahmenbedingungen: Wir haben fruchtbare, sandige und warme Böden - ideal für unsere Muttergärten- und wir liegen außerhalb der Weinbauzone. So besteht keine Infektionsgefahr von alten kranken Weinreben.

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Jeder Betrieb muss sich weiterentwickeln, und so haben wir stets versucht, die gängigen Unterlagssorten in unserem Sortiment zu führen. Dadurch entstand ein gewisser Rhythmus zwischen Rodung und Neupflanzung der Muttergärten. Während die älteren Muttergärten langsam gerodet wurden, haben wir im Jahre 2006 in der Poebene eine größere Fläche angekauft und nach und nach mit Virus- getesteten Unterlagssorten bepflanzt. Auch im Frühjahr/Sommer 2017 werden virusgetestete Unterlagen der Sorte 5BB Kl. 48 WE gepflanzt, die dann im darauffolgenden Jahr im Ertrag stehen werden.

 

Auch bei den Unterlagsreben ist der phytosanitäre Zustand äußerst wichtig. Eine neue Rebengesetzverordnung schreibt für zertifiziertes Pflanzmaterial alle 10 Jahre einen Virustest von 5% der vorhandenen Pflanzen vor. Das Basisvermehrungsmaterial muss alle 6 Jahre Stock für Stock getestet werden. Diese Tatsache trägt aber auch dazu bei, dass sich die Lebensdauer von Unterlagen- und Edelreisschnittgärten deutlich verringert.

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